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Braucht die Schilddrüse jodiertes Salz?


Jod ist erforderlich, damit die Schilddrüsenhormone T4 und T3 gebildet werden können. Diese Hormone bestehen zu einem Teil aus Jod, deshalb muss es regelmäßig über die Nahrung zugeführt werden.

Der tägliche Jodbedarf hängt von Ihrem Alter und Ihrer Lebenssituation ab. Besonders wichtig ist eine ausreichende Jodzufuhr während des Wachstums, während der Schwangerschaft und in der Stillperiode. In diesen Lebensabschnitten gilt es, den erhöhten Jodbedarf zu decken.

In Österreich wird dem Speisesalz Jod zugesetzt, weil hier die Böden generell jodarm sind. Die Kropfhäufigkeit ist seither deutlich zurückgegangen. Trotzdem nehmen viele ÖstereicherInnen noch immer zu wenig Jod zu sich. Das jodierte Salz ist eine der wichtigsten Quellen in der Ernährung. Nur in seltenen Fällen (z.B. vor einer Radiojodtherapie) sollte unjodiertes Salz verwendet werden.

Meersalz, Himalaya-Salz & Co

Meersalz enthält kaum Jod, weil ein großer Teil bei der Herstellung verdampft. Meist wird im nächsten Schritt wieder Jod zugesetzt. Auch spezielle Salzsorten wie Steinsalz oder Himalaya-Salz enthalten an sich kaum Jod. Die Bezeichnung "jodiert" oder "unjodiert" auf der Verpackung verrät Ihnen um welches Salz es sich handelt.

Vergleich Salzart Jodgehalt in 5 g Salz (täglicher Bedarf an Salz)

Jodiertes Salz 100 µg

Meersalz 0,5-10 µg

Unjodiertes Salz etwa 0,5 µg

Darf Jodsalz bei einer Überfunktion der Schilddrüse verwendet werden?

Eine Schilddrüsenüberfunktion kann durch heiße (autonome) Knoten ausgelöst oder infolge der Basedow'schen Erkrankung bestehen.

Heiße (autonome) Knoten sind meist bei Erwachsenen mittleren und höheren Alters zu finden. Auslöser ist meist ein jahrzehntelanger Jodmangel. Wird der Jodmangel weiter erfolgreich bekämpft, können Schilddrüsenautonomien weitgehend ausgemerzt werden.

Bei Morbus Basedow kommt es durch eine Fehlsteuerung des Immunsystems zu einer Dauerstimulation der Schilddrüsenhormonfunktion. Die Erkrankung tritt eher in jüngerem Alter auf.

Jodiertes Salz bereitet PatientInnen, die wegen einer Schilddrüsenautonomie (heißer Knoten) oder eines Morbus Basedow ärztlich behandelt werden keine Probleme. In diesen Fällen ist eine Anpassung der Jodzufuhr über die Ernährung ratsam, eine strenge Jodkarenz ist aber nicht erforderlich.

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